Voilà, hier der erste Eintrag im Logbuch. Das Logbuch ergänzt die eher technischen Blog-Beiträge – die noch folgen werden – mit allgemeinen News aus dem Projekt. Für meine «Follower:innen» und für mich selbst. Ecco.
Starten wir mit der “Schlüsselübergabe” am 3. Oktober 2025 durch Michael Egger. Das war durchaus ein aufregender Moment. Aber auch ein ernüchternder Moment der Wahrheit und ein erster Moment des Zweifels. Auf dem Papier war soweit alles gut geplant, die Zwischenlager zuhause in Keller und Estrich überstellt mit Material und Maschinen, im Kopf ein klares Bild der temporären Werft. Dieses Bild liess sich nur schwierig mit dem dieser (heiligen) Halle kombinieren, wie sie sich Anfang Oktober präsentierte. Während vieler Jahren wurden hier Flaschen gewaschen, mit den nebenan gebrauten und in den Kellern gelagerten und gereiften Bieren abgefüllt, etikettiert. Das hinterlässt Spuren, die sich nicht ohne Weiteres mit meinen technischen und ästhetischen Ansprüchen vereinen liessen. Item. Die Startlinie war jedenfalls mal freigegeben



Mit grosser Unterstützung meines Vaters wurde gespachtelt, geschliffen, betoniert, gestrichen. Und schliesslich wurde auf- und eingerichtet. Die Planung hatte sich gelohnt, der Werkbank war rasch gebaut, das Lagergestell zusammengestellt und die adopo-Lounge realisiert. Hat sich gelohnt, finde ich!






Eine Idee allerdings, war noch im Kopf und musste raus dort… inspiriert durch den Besuch des MAUSA Vauban in Neuf Brisach – und dem Anspruch, die coolste Bootswerft in Worb aufzubauen – musste ein Graffito an die frisch geweisste, grosse Wand. Wohl eine einmalige Chance, die sich aus der vermutlich letzten Nutzung dieser Halle ergab. Ein mir bekannter jung-kreativer Neo-Sprayer aus Bern (Pseudonym “sena”) freute sich sehr über das Angebot, engagierte sich mit Herzblut für die Idee und setzte das Ganze very sexy um. Mille grazie für das Werk, maestro sena!

Zum finalen Glück des neo-Bootbauers traf nun auch noch das CNC-Kit aus Holland ein. Dank geduldiger Beratung und grossem Engagement der Firma Schneider Transporte konnte parallel zur Einrichtung der Werkstatt auch noch die Lieferkette organisiert werden. Das klappte alles bestens, frisch verzollt und in perfektem Zustand traf das zugeschnittene Holz von Kolibri Jachtbouw (zu) frühmorgens in Worb ein. Mit grosser Unterstützung der “Egger-Family” wurde das ziemlich grosse und schwere Gebinde mittels Gabelstapler, Ameise und viel Engagement genau dorthin verfrachtet, wo es hingehört: in die nun wirklich coolste Werft von Worb.




Nun gilt es, daraus ein Boot zu bauen. Kein Weg zurück, dafür ist es zu spät. Als erstes gilt es, die Frames (Spanten) zu produzieren. Daran arbeite ich zurzeit und lerne jeden Tag etwas Neues dazu, realisiere eigene Ideen und entwickle Techniken und Spinnerereien, dass es eine Freude ist. Meistens jedenfalls.






Diese Freude will ich teilen mit Menschen, die sich für mein Projekt interessieren, die sich ebenfalls dafür begeistern können. Und so fand am 23. Januar das erste Werkstattgeplauder statt. Zu Minestrone de luxe (grazie, Francesco) & Zwickelbier kamen rund 40 Personen auf einen kurzen oder längeren Schwatz vorbei. Vielen Dank euch allen für den Besuch und das Interesse. Immer wieder gern in Worb, a dopo!

Lust auf ein Sponsoring? Ich baue am Boot, und gemeinsam bauen wir eine etwas bessere Welt. Vielen Dank!
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